Orientalischer Tanz
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Für Dich soll es Rosen regnen!

Nach der einigermaßen zufrieden stellend, geklärten Frage, was für den heutigen Abend die passende Garderobe wäre, verlasse ich, mit etwas gemischten Gefühlen meine heimatlichen Gefilde. Es steht wieder eines dieser orientalischen Tanzevents auf dem Plan, bei denen ich mich zunehmend langweile, weil immer dieselben Künstler das performen, was sie vor 10 Jahren schon mal präsentiert haben. Nie die Hoffnung aufgebend, dass doch noch was Neues passiert, beobachte ich im Foyer des Veranstaltungsortes die herumstehenden Menschen.

Wichtige Fragen, wie z.B. ob das neue Kleid auch schön sei, was der Hund von Tante Gertrud nicht essen darf, warum denn dieses Jahr kein Basar ist, die Garderobe so viel Geld kostet und noch weitere, bedeutende Probleme werden aufgeworfen und konferiert.

Nach diesem Eindruck bewege ich mich in den Zuschauerraum und warte geduldig auf den Beginn der Verunstaltung. Alles läuft wie erwartet, keine besonderen Vorkommnisse, nichts, was ich nicht schon mal gesehen hätte, kurzum eine orientalische Veranstaltung, wie wir sie kennen und lieben.

Gerade bietet eine der Künstlerinnen ihren Tanz, ganz brav, erst eine Routine, dann ein Trommelsolo, da geschieht urplötzlich etwas, dass so ganz und gar aus dem Rahmen fällt. Die Performance ist vorbei, die Tänzerin verbeugt sich und rechts und links neben mir springen sehr hektisch, wie auf Knopfdruck, Gestalten im Zuschauerraum auf. In der Hand hält jeder eine Rose und diese schmeißt er mit Gebrüll und Jubelrufen auf die Künstlerin.

Die Tänzerin selbst tut extrem überrascht, so sehr, dass ein geschultes Auge an der Authentizität dieser Reaktion zweifeln könnte und sammelt überglücklich die Rosen von der Bühne, winkt den Gönnern huldvoll zu und schwebt davon.

Ich bin platt. Solch eine organisierte Form der Selbstbeweihräucherung lässt auch mich über den „Einfallsreichtum“ der Menschheit staunen. Ich weiß, dass bei großen Weltstars solche Dinge üblich sind und dass der Mensch dem Künstler gegenüber seine Bewunderung ausdrückt, in dem er nach der Veranstaltung Rosen auf die Bühne wirft, jedoch von Weltstar kann hier erstens nicht die Rede sein und zweitens zeugt diese Art der Organisation eines eigenen Fanclubs nicht gerade von großer Loyalität dem Veranstalter und den anderen Künstlern gegenüber.

So habe ich gelernt, dass sich in jedem Lebensbereich ganz neue Möglichkeiten und Variationen darbieten, unerwartete Dinge geschehen und dass das Repertoire der Menschen hinsichtlich ihres Einfallsreichtums noch schier ungeahnte Welten in sich verbirgt.

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