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Anatomie – Gesunde Füße

Damit auch ihr Kind mit gesunden Füßen durch die Welt spazieren und tanzen kann möchte ich einige Hinweise für den Umgang mit dem Kinderfuß geben.

Zusätzlich zum guten Tanzunterricht, in dem viel Fokus auf die Fußstellung gelegt wird sollte auch im Alltag der Fuß des Kindes von passendem Schuhwerk getragen werden. Hierfür gibt es folgende Tipps:

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Tanzmusik und ihre Vielfalt

Lange Zeit haben Erzieher und Tanzpädagogen ihre Tanzeinheiten mit altbewährter Kindermusik („Ein Männlein steht im Walde“, „Backe, backe Kuchen“, „Brüderchen komm tanz mit mir“ und anderen Liedern dieser Zeit) bestritten. Heute gibt es zahlreiche neue Klänge, welche Kinder auch bei ungewohnten Tönen und Taktarten kreativ werden lässt.

In meinen Kursen benutze ich nur ab und zu Musik, die für Kinder komponiert wurde. Meistens werden hier 4/4 und 3/4 Takt vorgegeben, die in erster Linie Eintönigkeit vermitteln. So bleiben auch die Bewegungen der Kinder eintönig und demzufolge langweilig.

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Gedanken zum Thema Talente!

Wohnhaft im Prenzlauer Berg treffe ich tagtäglich auf die besonders motivierten Mütter/Väter unserer Umgebung. Überall höre ich:… dass das Kind wirklich Talent hat, ja sie tanzt die ganze Zeit und muss unbedingt in einem Kurs unter gebracht werden, sonst verpasst sie ihre Chance..!

Das geht schon los, wenn die Kleinen gerade mal 2 Jahre alt sind, noch nicht aus den Windeln raus, sich aber schon in den Augen der Eltern als Tanz-, Turn-, Fußball-, oder Judotalente entpuppen!

Klar gibt es immer Ausnahmen! Z.B. eine Bekannte von mir, dessen Sohn den Fußball tatsächlich schon gefangen hat, bevor er laufen konnte und nicht mehr ohne Ball aus dem Hause ging, Jeder der vorbeikam, seinen geworfenen Ball fangen musste und ihn wieder zurück werfen sollte… (jetzt ist er auf der Sportschule). Doch das sind wirklich AUSNAHMEN!

Ich spreche hier nicht von den größeren Kindern (ab 6), die 1x die Woche am Tanz-, oder Sportkurs teilnehmen, ich rede von den Kleinen, die schon 2 bis 3x die Woche beim Tanzkurs oder Musik Karussell abgegeben werden, um dort ihre kreative Ader zu entdecken und möglichst intensiv auszuleben.

Schon in der Kita müssen die Betreuer heutzutage ein immenses Aufgebot an Anregungen herbei zaubern, dass die Eltern auch zufrieden sind. Da gibt es vom Kinderturnen über Musizieren und Tanzen, einer Bastelwerkstatt, einem Kreativraum und den Sommer- und Weihnachtsfesten mit Theateraufführungen alles, was dem Kind gefallen könnte (hier geben auch oft die Betreuer ein feedback über mögliche, wahre Talente).
Da steht nun die Frage, ob es tatsächlich gut und fruchtbar ist, sein Kind zusätzlich nach solch einem aufregenden, anstrengenden Kitatag in die Obhut des nächsten Pädagogen zu geben, der dann noch mehr Kreativität oder Sportsgeist fördern soll!

Was ist von der Zeit übrig geblieben, wo die Eltern ihren 2-4 Jährigen nach der Kitazeit eine Ruhepause gönnten, sich mit ihren Schützlingen auf die Couch oder auf eine Decke im Freien setzten und ihnen ein Buch vorlasen?

Als Tänzerin und Pädagogin beschäftige ich mich selbstverständlich viel mit dieser Thematik, ab wann ist es denn wirklich sinnvoll einem Kind ein Hobby zuzulegen, inwieweit brauchen Kinder diese Förderung, finden sie ihr Talent oder ihre Begabung vielleicht sogar selbst?

Wichtig ist an dieser Stelle, ob die Eltern selbst in der Lage sind, sich und das Verhalten ihrer Kinder natürlich und wahrhaft zu reflektieren, haben sie selbst ein Hobby, dass sie zu dem des Kindes machen möchten, handeln sie aus Überzeugung und nicht nur aus Eigennutz oder sogar der Pein vertaner Chancen?

warm up cool down – ein Anspruch im Kindertanz!

Auch im Kindertanz sollten ein kleines warm up und cool down auf dem Programm stehen. Das erfordert von den Trainern eine gute Einteilung des Unterrichts, damit neben der Tanzsportart ein Zeitfenster für die wichtige Aufwärm- und Ausklangphase bleibt.
Für das Aufwärmen können neben Atemübungen auch Hüpfen, das Fuß-, Kopf-, und Armkreisen integriert werden. Kleine Tanzelemente (basics) sollten schon einfließen, so dass die Unterrichtseinheit optimal genutzt werden kann. Die Kinder dürfen in dieser Phase (mind. 10 Minuten für Kleinkinder) ruhig etwas schwitzen, dann wissen wir als Trainer, dass sie wirklich warm und den Anforderungen der Stunde gewachsen sind.

Meistens werden am Ende der Trainingseinheit Tanzstücke einstudiert und der kleine Körper kommt noch mal so richtig in Schwung. Anknüpfend sollte jetzt ein kleine Dehnung der Muskulatur statt finden. Sinnvoll ist es mit dem Kopf (rechts, links, hoch, ab, Kopf und Schultern kreisen) zu beginnen und sich dann Schritt für Schritt nach unten vorzuarbeiten.
Die Kinder sollten auch in der Phase der Dehnung/Entspannung tief atmen und (am besten mit geschlossenen Augen) die Übungen durchführen. Hier würde ich mit Kleinkindern mind. 5 Min. veranschlagen.

Einige Trainer setzen sich am Ende der Stunde auch mit ihren Kleinen in einen Kreis und fassen das Gelernte zusammen. Wieder andere arrangieren vor der Trainingsstunde eine Runde und lassen die Kinder erst einmal kurz erzählen, was sie heute so bewegt oder beschäftigt (wie im „Morgenkreis“ in der Kita). Hier muss der Trainer selbstverständlich die Zeit sehr gut im Blick behalten, da viele ein großes Redebedürfnis haben und sich ganz schnell mal im Detail verlieren.

Aus alt mach neu – Hula Hoop für Kids!

Ich habe vor kurzem ein altes Spielzeug wieder entdeckt, den Hula Hoop. Früher Reifen genannt, war und ist er auch heute noch ein Spielzeug und Trainingsgerät für Kinder und Erwachsene. In vielen Kulturen dient er als Förderung der Geschicklichkeit. Früher waren die Reifen aus Holz, seit den 50 ziger Jahren werden sie aus Kunststoff gefertigt.

Der Hula Hoop erfreut sich heute wieder zunehmender Beliebtheit. Schon Kinder ab ca. 4 Jahren haben Spaß, den Reifen nicht nur um die Taille, sondern auch um Hüfte, Arme, Schultern, Beine und Füße kreisen zu lassen. Abgesehen vom positiven Nebeneffekt der Stärkung der Rücken- und Bauchmuskulatur, der Hand-Beine-Augen Koordination und der Erhöhung der Konzentration kann er wunderbar in alle Tanzstile integriert werden. Außerdem verbreitet er jede Menge Spaß und es wirkt ungeheuer ansteckend, wenn Dich andere Kinder und Erwachsene mit dem Hula Hoop sehen. Er eignet sich außerdem hervorragend zur Integration in Kindertanz- und Sportkursen.

Hula Hoop für Kids

Eltern können auch mit ihren Kids gemeinsam hoopen, das fördert die emotionale Bindung zwischen ihnen.

Imagination im Tanz – Die Kraft der Bilder!

Gute Tanzpädagogen haben die Fähigkeit, Kindern über die Kraft der Bilder Tanzfiguren und schwierige Abläufe bei zu bringen.
Im kreativen Kindertanz Unterricht ist das Thema Imagination zum Glück schon zur Routine geworden, hier finden wir viele Trainer, die Kindern mit schönen Bildern die Leichtigkeit im Tanz vermitteln können.

„Stehen die kleinen Mädchen und Jungen dann allerdings im Ballettsaal, vergessen die Pädagogen oftmals diese Bilder. Dort heißt es dann wieder: das Knie strecken, anstatt: stellt Euch vor, ihr sucht mit dem Fuß etwas auf der Erde und wollt es unbedingt mit der Fußspitze erreichen…!“ Manuela Fäh-Burkard

Auf der Suche nach innovativen Ballettlehrern bin ich auf Judith-Elisa Kaufmann gestoßen (Leiterin von „Body, Art & Expression“ Schule für darstellende Kunst u Akademie für Ballett-und Tanzpaedagogik und Tanzmedizin in Österreich in Wien, Niederösterreich, Steiermark und Kärnten).
Sie arbeitet auch in der klassischen Tanzausbildung viel mit Imaginationen.
Eines ihrer benutzten Bilder beschreibt sie Folgendermaßen und fördert ihre Kinder so auf spielerische Art zu großer Leistung:

Arabesque:

„Stell Dir vor, Beine Brust liegt auf einer Wolke, die Dich nach oben hält. Dein Brustbein (das ist der große lange Knochen in der Mitte Deines Brustkorbes vorne in der Linie unter deinem Kinn) geht dabei nach vorne oben und legt sich nicht faul auf die Wolke! Stell dir vor, Du bist eine Prinzessin und auf Deinem Hinterkopf sitzt eine wunderschöne Krone. Wenn Du Deinen Kopf in den Nacken fallen lässt und den Oberkörper auf die Wolke vor Dir, also nach vorne, dann sieht niemand mehr Deine Krone: also hebe dein Brustbein nach vorne hoch, halte die Wirbelsäule nach oben und die Schultern neben deinem Brustbein; dein Kopf sitzt auf einem langen Schwanenhals und zeigt stolz seine Krone am Hinterkopf. Und wenn Du es dabei auch noch schaffst, Dein Standbein und Dein Spielbein gleich weit und gut ausgedreht zu lassen (nicht die Füße, sondern die Oberschenkel!!!), dann wirst Du ganz ruhig in Deiner Arabesque stehen können.“ (J.E.Kaufmann)

www.bodyartandexpression.com

Ich verstehe es als Anregung und Bereicherung für Tanzpädagogen, die Kraft der Bilder mehr im Unterricht einzusetzen und ihre eigene Phantasie zu benutzen, um Kindern die Imagination im Tanz näher zu bringen.

Tanzwettbewerbe für Kinder – eine Diskussionsrunde!

Nachdem ich letztes Jahr mal wieder selbst Zuschauer auf einem Tanzwettbewerb war, schon einmal mit einer Jugendtanzgruppe an einem Wettbewerb teilgenommen habe und im Internet zunehmend auf Videos stoße, in welchen die Teilnehmer von solchen Wettbewerben immer jünger werden, ist es mir ein großes Bedürfnis die Gedanken einer Tanzkollegin hier im Blog zu veröffentlichen.

Speziell in diesem Fall handelte es sich um Mädchen im Alter von 4-6 Jahren, die an einem Bauchtanz Wettbewerb teilnahmen.

„In diesem Alter sollen sich die kleinen Mädchen phantasievoll und ausschließlich mit Spaß und aus sich selbst entwickeltem Lern-Ehrgeiz, der pädagogisch unterstützt werden sollte, weiterentwickeln. Dazu gehört nicht, daß sie bereits in diesem Alter vor einem öffentlichen Publikum zur Schau gestellt, verglichen und am Ende nach Leistung belohnt und im schlimmsten Fall noch von Trainer oder Eltern getadelt werden.
Das erinnert mich ganz unangenehm an die in den USA sehr üblichen Modellcontests, bei denen die Kleinen auch schon in diesm Alter von ihren geltungsbedürftigen Eltern auf die Bühne geschleift werden. Das tut mir in der Seele weh, macht aber die eine oder andere sehr zarte Kinderseele auf ewig kaputt.
Das Leben besteht aus Leistungsdruck, da sollten wir unseren Kleinen wenigstens ein Hobby ohne Druck gestatten, damit sich ihre Phantasie lustvoll entwickeln kann und nicht erste positive Erfahrungen gleich wieder verdrängt werden. Und übrigens, vergleichen und miteinander wetteifern tun die Kleinen von ganz alleine, aber das ist ein natürlich sich entwickelnder Prozeß, der nicht mit künstlich erzeugtem Wetteifern verglichen werden kann.“
Ofra Moustakis-Ziemer (Leiterin und Trainerin des Tanzstudios 1oo1 Nacht, Berlin-Falkensee)

Auch in vielen anderen Tanzsportarten gibt es schon für den jüngeren Nachwuchs Wettbewerbe, besonders beliebt sind hier auch Standard- und Lateinamerikanischer Tanz. Hier werden die Kleinen sehr extrem geschminkt, in knappe Kleidung und Hakenschuhe (ein Risiko für die gesunde Entwicklung der Kinderfüße) gesteckt und bewertet wird am Ende Technik und Ausdruck (das künstliche Lächeln).

Dem gegenüber stehen die Meinungen der Veranstalter, dass solche Events den Ehrgeiz fördern, Selbstbewusstsein geben und ungeahnte Kräfte frei setzen, doch sollten wir als Eltern und Tanzpädagogen nie die Verantwortung vergessen und uns fragen, ob nicht eine Aufführung, wo auch jeder sein Können zeigen kann, für die Entwicklung und Prägung solcher positiven Eigenschaften ausreicht und nicht zuletzt zur Sozialkompetenz jedes Einzelnen noch mehr beitragen kann, als ein Wettbewerb, wo Konkurrenz und Neid geweckt werden?