Tanz und Bewegung
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Tanzwettbewerbe für Kinder – eine Diskussionsrunde!

Nachdem ich letztes Jahr mal wieder selbst Zuschauer auf einem Tanzwettbewerb war, schon einmal mit einer Jugendtanzgruppe an einem Wettbewerb teilgenommen habe und im Internet zunehmend auf Videos stoße, in welchen die Teilnehmer von solchen Wettbewerben immer jünger werden, ist es mir ein großes Bedürfnis die Gedanken einer Tanzkollegin hier im Blog zu veröffentlichen.

Speziell in diesem Fall handelte es sich um Mädchen im Alter von 4-6 Jahren, die an einem Bauchtanz Wettbewerb teilnahmen.

„In diesem Alter sollen sich die kleinen Mädchen phantasievoll und ausschließlich mit Spaß und aus sich selbst entwickeltem Lern-Ehrgeiz, der pädagogisch unterstützt werden sollte, weiterentwickeln. Dazu gehört nicht, daß sie bereits in diesem Alter vor einem öffentlichen Publikum zur Schau gestellt, verglichen und am Ende nach Leistung belohnt und im schlimmsten Fall noch von Trainer oder Eltern getadelt werden.
Das erinnert mich ganz unangenehm an die in den USA sehr üblichen Modellcontests, bei denen die Kleinen auch schon in diesm Alter von ihren geltungsbedürftigen Eltern auf die Bühne geschleift werden. Das tut mir in der Seele weh, macht aber die eine oder andere sehr zarte Kinderseele auf ewig kaputt.
Das Leben besteht aus Leistungsdruck, da sollten wir unseren Kleinen wenigstens ein Hobby ohne Druck gestatten, damit sich ihre Phantasie lustvoll entwickeln kann und nicht erste positive Erfahrungen gleich wieder verdrängt werden. Und übrigens, vergleichen und miteinander wetteifern tun die Kleinen von ganz alleine, aber das ist ein natürlich sich entwickelnder Prozeß, der nicht mit künstlich erzeugtem Wetteifern verglichen werden kann.“
Ofra Moustakis-Ziemer (Leiterin und Trainerin des Tanzstudios 1oo1 Nacht, Berlin-Falkensee)

Auch in vielen anderen Tanzsportarten gibt es schon für den jüngeren Nachwuchs Wettbewerbe, besonders beliebt sind hier auch Standard- und Lateinamerikanischer Tanz. Hier werden die Kleinen sehr extrem geschminkt, in knappe Kleidung und Hakenschuhe (ein Risiko für die gesunde Entwicklung der Kinderfüße) gesteckt und bewertet wird am Ende Technik und Ausdruck (das künstliche Lächeln).

Dem gegenüber stehen die Meinungen der Veranstalter, dass solche Events den Ehrgeiz fördern, Selbstbewusstsein geben und ungeahnte Kräfte frei setzen, doch sollten wir als Eltern und Tanzpädagogen nie die Verantwortung vergessen und uns fragen, ob nicht eine Aufführung, wo auch jeder sein Können zeigen kann, für die Entwicklung und Prägung solcher positiven Eigenschaften ausreicht und nicht zuletzt zur Sozialkompetenz jedes Einzelnen noch mehr beitragen kann, als ein Wettbewerb, wo Konkurrenz und Neid geweckt werden?

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1 Kommentare

  1. Hi liebe Noura, hast du vllt ein paar Beispiele solcher Tanzveranstaltungen? ( Namen, etc…) am Besten hier in Deutschland. Würde gern mal etwas genauer recherchieren. Finde das ganz auch schrecklich und würde gerne mehr erfahren. Vielen Dank für deinen Beitrag.

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