Tanz und Bewegung
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Gedanken zum Thema Talente!

Wohnhaft im Prenzlauer Berg treffe ich tagtäglich auf die besonders motivierten Mütter/Väter unserer Umgebung. Überall höre ich:… dass das Kind wirklich Talent hat, ja sie tanzt die ganze Zeit und muss unbedingt in einem Kurs unter gebracht werden, sonst verpasst sie ihre Chance..!

Das geht schon los, wenn die Kleinen gerade mal 2 Jahre alt sind, noch nicht aus den Windeln raus, sich aber schon in den Augen der Eltern als Tanz-, Turn-, Fußball-, oder Judotalente entpuppen!

Klar gibt es immer Ausnahmen! Z.B. eine Bekannte von mir, dessen Sohn den Fußball tatsächlich schon gefangen hat, bevor er laufen konnte und nicht mehr ohne Ball aus dem Hause ging, Jeder der vorbeikam, seinen geworfenen Ball fangen musste und ihn wieder zurück werfen sollte… (jetzt ist er auf der Sportschule). Doch das sind wirklich AUSNAHMEN!

Ich spreche hier nicht von den größeren Kindern (ab 6), die 1x die Woche am Tanz-, oder Sportkurs teilnehmen, ich rede von den Kleinen, die schon 2 bis 3x die Woche beim Tanzkurs oder Musik Karussell abgegeben werden, um dort ihre kreative Ader zu entdecken und möglichst intensiv auszuleben.

Schon in der Kita müssen die Betreuer heutzutage ein immenses Aufgebot an Anregungen herbei zaubern, dass die Eltern auch zufrieden sind. Da gibt es vom Kinderturnen über Musizieren und Tanzen, einer Bastelwerkstatt, einem Kreativraum und den Sommer- und Weihnachtsfesten mit Theateraufführungen alles, was dem Kind gefallen könnte (hier geben auch oft die Betreuer ein feedback über mögliche, wahre Talente).
Da steht nun die Frage, ob es tatsächlich gut und fruchtbar ist, sein Kind zusätzlich nach solch einem aufregenden, anstrengenden Kitatag in die Obhut des nächsten Pädagogen zu geben, der dann noch mehr Kreativität oder Sportsgeist fördern soll!

Was ist von der Zeit übrig geblieben, wo die Eltern ihren 2-4 Jährigen nach der Kitazeit eine Ruhepause gönnten, sich mit ihren Schützlingen auf die Couch oder auf eine Decke im Freien setzten und ihnen ein Buch vorlasen?

Als Tänzerin und Pädagogin beschäftige ich mich selbstverständlich viel mit dieser Thematik, ab wann ist es denn wirklich sinnvoll einem Kind ein Hobby zuzulegen, inwieweit brauchen Kinder diese Förderung, finden sie ihr Talent oder ihre Begabung vielleicht sogar selbst?

Wichtig ist an dieser Stelle, ob die Eltern selbst in der Lage sind, sich und das Verhalten ihrer Kinder natürlich und wahrhaft zu reflektieren, haben sie selbst ein Hobby, dass sie zu dem des Kindes machen möchten, handeln sie aus Überzeugung und nicht nur aus Eigennutz oder sogar der Pein vertaner Chancen?

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